Personalbefragung Elementare Bildung

Fazit

Die Personalbefragung hatte eine sehr hohe Beteiligung unter dem Vorarlberger Bildungs- und Betreuungs­ personal. Die Expertise und Meinung eines Drittels der Gesamtbelegschaft spiegeln sich in den Ergebnissen wider. Dabei wurde deutlich, was bereits gut gelingt und in welchen Bereichen das Personal noch Handlungs­ bedarf sieht. Was die Qualität der Ausbildungen in Vorarlberg betrifft, wurde von den Teilnehmenden ein gutes Zeugnis aus- gestellt. Auch die Beratung im Vorfeld zur Ausbildung schnitt gut ab. Zudem wurden die formalen Höhen und Zugangshürden für die in Vorarlberg angebotenen Aus- bildungen im elementarpädagogischen Bereich bestätigt. Allerdings wünschten sich insbesondere pädagogische Fachkräfte eine höhere Qualität in der Assistenzaus­ bildung. Handlungsfelder mit Verbesserungspotenzial sind hier das Entgelt und die Unterstützung während der Ausbildung sowie die allgemeinen Fördermodelle. Was Weiterbildungen betrifft, wurde die Qualität eben- falls positiv bewertet. Einzelne Weiterbildungen erhielten sogar die Benotung „Sehr gut“. Die Qualität wurde nie schlechter als mit „Gut“ bewertet. Auch die Unterstützung durch den Arbeitgeber wurde mit „Gut“ positiv beurteilt. Mögliche Verbesserungspotenziale gibt es laut Umfrage bei der Quantität des Angebots, den Gehaltseinstufungen nach Weiterbildungsabschluss sowie bei der Unter­ stützung der Weiterbildungskosten. Ein zentraler Fokus der Umfrage waren die Rahmen­ bedingungen in den Einrichtungen und die Frage, wie gut elementare Bildung und Betreuung gelingen kann. Dabei wurde deutlich, dass in einigen Einrichtungen wichtige Räumlichkeiten oder Ausstattungen fehlen oder mangel- haft sind. In zwei Dritteln der Einrichtungen (mit Aus­ nahme eines Pausenraums) waren die abgefragten Räume allerdings vorhanden oder teilweise vorhanden. Regelungen zur Gruppengröße und dem Betreuungs- schlüssel sind entscheidende Teile der Rahmenbedin- gungen. Hier wünschten sich die Pädagoginnen deutliche

Verbesserungen bei den Obergrenzen des Gesetzes. Der praktische Personalschlüssel und die Gruppengröße in Kleinkindgruppen wurden mit der Note 2,5 gerade noch als „befriedigend“ und damit recht gut bewertet. In Kindergärten war es ein deutlicheres „befriedigend“. Ebenso gab ein Großteil der Befragten an, zu wenig Vor- und Nachbereitungszeit zur Verfügung zu haben. Maßnahmen, die auf verbesserte Rahmenbedingungen wie die Vorbereitungszeit, die Gruppengröße oder den Personalschlüssel abzielen, sind personalintensiv und wurden daher nur als langfristiges Ziel nahegelegt. Zu- nächst sollten Maßnahmen ergriffen werden, die das be- stehende Personal entlasten und unterstützen. Die Qualität der Bildungsarbeit wurde ebenfalls mit ver- schiedenen Fragen erfasst. Dabei wurde deutlich, dass sowohl der Bildungsauftrag als auch die Aufsichtspflicht teilweise nicht ganz erfüllbar sind. Zudem machte die Befragung deutlich, dass besonders förderbedürftige Gruppen weniger gut gefördert werden können als die übrigen. Insgesamt gaben die Teilnehmenden an, die Kinder im Schnitt „befriedigend“ fördern zu können. Für die beste Bildung genügt das jedoch nicht. Besorgnis­ erregend ist, dass hinsichtlich der Bildungsqualität öffentliche Einrichtungen deutlich hinter jenen mit privaten Trägern liegen. Bildungsungleichheit darf in diesem Kontext nicht bereits im Kindergarten beginnen. Bessere Rahmenbedingungen und ein klares Berufsbild für Assistenten wären Handlungsfelder, die eine bessere Förderung der Kinder ermöglichen könnten. Die Arbeitsbedingungen waren der letzte Schwerpunkt der Befragung. Hier sahen die Bewertungen zunächst vielversprechend aus. Arbeitsbedingungen in Kleinkind- gruppen wurden als „gut“ bewertet, in Kindergärten mit „befriedigend“. Allerdings fühlen sich viele Teilnehmende teilweise erschöpft oder belastet durch die Arbeit. Letzt- lich spiegeln sich die Rahmenbedingungen und Arbeits- bedingungen darin wider, dass 39 Prozent häufig oder sehr häufig im letzten Jahr über einen Berufswechsel nachgedacht haben.

Forderungen und Fazit

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