Personalbefragung Elementare Bildung

Kleinkindgruppen und Kindergartengruppen

Personalbefragung Elementare Bildung

Kleinkindgruppen und Kindergartengruppen

Warum eine Personalbefragung? Bildungs- und Betreuungspersonal in elementaren Bildungseinrichtungen sind nicht immer Mitglieder der Arbeiterkammer (AK). Doch es sind die Kinder von uns allen, die diese Einrichtungen besuchen. Wir wollen, dass unsere Mitglieder und alle anderen mit gutem Gewissen morgens zur Arbeit fahren können und sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder nicht nur versorgt, sondern wirklich gut betreut werden. Dafür braucht es ein ausreichend großes Angebot, aber auch die richtigen Rahmenbedingungen, um eine bestmögliche Qualität zu gewährleisten.

Elementare Bildung ist das Fundament unseres Bildungs­ systems, davon sind wir überzeugt. Wie viel Unterstützung und Förderung die Kleinsten erhalten, beeinflusst ihre schulische Laufbahn und langfristig auch ihre späteren Chancen im Erwerbsleben. Deshalb ist es uns als Arbeiterkammer Vorarlberg besonders wichtig, dass die Elementarpädagogik als vollwertige Säule im österreichischen Bildungssystem verankert wird und die Pädagoginnen und Pädagogen ernst genommen werden. Mit der vorliegenden Personalbefragung wollen wir einen Beitrag dazu leisten. Zu Beginn des letzten Jahres hat sich die AK Vorarlberg an die Eltern gewandt und sie nach ihren Erfahrungen mit dem Angebot in der elementaren Bildung gefragt. Damals standen die Kostenbelastung für Eltern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Fokus. Ein Jahr später befragten wir nun das Personal und konzentrierten uns dabei auf die Qualität und Rahmenbedingungen in den Einrichtungen

sowie auf die Arbeitsbedingungen der Belegschaft. Es geht nicht nur darum, das Feedback der Belegschaft ernst zu nehmen, sondern auch ihre Erfahrungen und ihre Expertise zu nutzen und für die gesetzlich vorgeschriebene Evaluierung des Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes sichtbar zu machen. Das vorliegende Dokument ist eine Detailauswertung der durchgeführten Personalbefragung der Arbeiterkammer Vorarlberg in Kleinkind- und Kindergartengruppen und dient dazu, Interessierten und Stakeholdern die Datenlage genauer darzustellen. Dabei wurde besonders darauf geachtet, die Ergebnisse nach Einrichtungstyp – Kindergarten oder Klein­ kindeinrichtung – sowie nach Trägerschaft der Einrichtung zu filtern, da es mitunter größere Unterschiede zwischen privaten und öffentlichen Betreuungseinrichtungen gibt. Die Kernergebnisse der Befragung sind in verkürzter Form als separates Dokument auf der Website der Arbeiterkammer Vorarlberg verfügbar.



3

Inhaltsverzeichnis

Begriffserklärung

6

Rahmenbedingungen für gelingende Elementare Bildung

40

Gruppen Personal

6 7

Raum und Ausstattung

41 48 54

Gruppengröße und Fachkraft-Kind-Relation

Administratives

Befragungsdesign

8

Methode

8 8 9

Qualität der Bildung und Betreuung

Inhaltlicher Fokus

57

Repräsentanz

Förderung der Kinder

58 62

Aufsichtspflicht und Bildungsauftrag

Ergebnisse

Arbeitsbedingungen und Wohlbefinden

65

Ausbildung

12

Arbeitsbedingungen in Schulnoten

66 67 70 74 76

Beratung und Finanzierbarkeit

13 18 23

Belastung, Erschöpfung und Überforderung Wohlbefinden, Wertschätzung, Gehalt und Arbeitszeit Kompetenzen und Rolle Assistenzkräfte

Qualität

Wiederwahl der Ausbildung

Einschätzung zur formalen Ausbildungshöhe und Aufstiegschancen

24

Jobwechsel

Weiterbildung

29

Forderungen und Fazit

78

Beurteilung der Weiterbildungen Hürden für Weiterbildungen

30 39

Fragenübersicht nach Themenbereich

80 83 84 86

Tabellenverzeichnis Abbildungsverzeichnis Literaturverzeichnis



5

Begriffserklärung

Im Folgenden werden die wichtigsten Begrifflichkeiten definiert. Dabei wird sich an der aktuell geltenden Gesetzeslage des Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes orientiert.

Gruppen Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen werden im KBBG als „räumliche und organisatori- sche Einheiten“ definiert, in denen „Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr in ihrer Entwick- lung unterstützt und betreut werden, sofern es sich nicht um Einrichtungen handelt, die vorrangig der Vermittlung spezifischer Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten in bestimmten Lebens­ bereichen, wie beispielsweise im Sport oder in der Musik, dienen.“ 1 Das Gesetz differenziert dabei zwischen vier maßgeblichen Gruppentypen, für die jeweils eigene personelle Anforderungen gelten. „Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtung“ ist der Über­ begriff für alle Einrichtungen, in denen die entsprechenden Gruppen eingerichtet sind. Kleinkindgruppen Werden durch das Gesetz als jene Einheiten einer Einrichtung definiert, in denen Kinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr betreut und unterstützt werden. Die Betreuung muss durch eine pädagogische Fachkraft erfolgen. Kleinkindgruppen werden im Folgenden mit „KKG“ abgekürzt. Kindergartengruppen Sind jene Betreuungseinheiten, in denen Kinder grundsätzlich ab dem vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt unterstützt und betreut werden. Die Betreuung muss durch eine pädagogische Fachkraft erfolgen. Kindergartengruppen werden im Folgenden mit „KGG“ abge- kürzt. Schulkindgruppen Sind Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen, in denen schulpflichtige Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr außerschulisch unterstützt und betreut werden. Die Betreuung muss durch eine pädagogische Fachkraft erfolgen. Kinderspielgruppen Kinderspielgruppen sind Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen, in denen Kinder über einen längeren Zeitraum bis zum Schuleintritt wiederkehrend betreut werden. Der Unterschied zu Kleinkind- und Kindergartengruppen besteht darin, dass die Betreuung nicht durch eine pädago- gische Fachkraft erfolgen muss. Einschränkungen der Zielgruppe Die vorliegende Umfrage beschränkt sich auf Personal aus Kleinkindgruppen sowie Kindergarten­ gruppen. Andere Bildungs- und Betreuungseinrichtungen wurden im Sinne der Umsetzbarkeit und einer zielführenden Auswertung in dieser Umfrage nicht berücksichtigt.

1 KBBG §4 Abs. 1 2 KBBG §14 Abs. 1 3 KBBG §10 Abs. 2 4 KBBG §14 Abs. 2-3 5 KBBG §16 Abs 1

6

PERSONALBEFRAGUNG ELEMENTARE BILDUNG

Personal Jenes Personal, das sich in Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen um die Kinder kümmert, wird im Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz als Betreuungspersonen definiert. Es wird zwischen pädagogischen Fachkräften und Assistenzkräften unterschieden, sowie innerhalb der pädagogischen Fachkräfte zwischen unterschiedlichen Ausbildungen differenziert. 2 Pädagogische Fachkräfte Pädagogische Fachkräfte sind laut KBBG mit der „Planung, Organisation und Durchführung der frühkindlichen und außerschulischen Bildung und der Betreuung“ betraut. 3 Sie müssen neben einer allgemeinen Eignung auch eine fachliche Befähigung nachweisen, die im KBBG gesondert geregelt ist. Damit ist eine formalisierte Ausbildung zwingend erforderlich. Assistenzkräfte hin- gegen müssen diese fachliche Befähigung nicht nachweisen. Laut KBBG ist ihre Rolle eine unter- stützende unter Anleitung von Fachkräften. 4 Pädagogische Fachkraft für Kleinkindgruppen Das KBBG und die dazugehörige Verordnung regeln die Ausbildung von pädagogischen Fachkräften für Kleinkindgruppen. 5 Pädagogische Fachkräfte für Kleinkindgruppen sind befähigt, eine Klein- kindgruppe zu leiten und nach einer entsprechenden Weiterbildung auch eine ganze Einrichtung zu leiten. Eine Assistenzkraft kann sich in einem modularen System weiter zu einer pädagogischen Fachkraft für Kleinkindgruppen höherqualifizieren. Pädagogische Fachkraft in einer Kindergartengruppe Die klassische Ausbildung zur Elementarpädagogin umfasst den Besuch eines Kollegs oder einer Bildungsanstalt für Elementarpädagogik. Elementarpädagog:innen benötigen eine Matura oder Berufsreifeprüfung und können sowohl Kindergartengruppen als auch Kleinkindgruppen leiten. Nach entsprechender Fortbildung können sie auch die Leitung von Einrichtungen übernehmen. Assistenzkraft Assistenzkräfte müssen nach gesetzlichem Stand keine fachliche Befähigung nachweisen, es gibt jedoch gesetzliche Vorgaben zu Alter, Verlässlichkeit und gesundheitlicher Eignung. Die meisten Assistenzkräfte haben eine Ausbildung absolviert und werden entsprechend höher bezahlt, bei- spielsweise laut Modellstellenverordnung. Assistenzkräfte unterstützen, wie im Gesetz definiert, unter Anleitung von pädagogischen Fachkräften bei der Betreuung. Helfer:innen Ebenso gibt es Modellstellen als Helfer:innen. Dieses Personal kümmert sich beispielsweise um hauswirtschaftliche Tätigkeiten, kann aber auch bei der Betreuung aushelfen. Sie fallen nicht unter den Überbegriff Betreuungspersonal und sind nicht im KBBG definiert. Erzieher:innen Erzieher:innen werden in dieser Personalbefragung als vereinfachter Sammelbegriff für Personal mit einer Ausbildung in Deutschland, entsprechend der Elementarpädagog:innen, verwendet. Erzieher:innen müssen ein Anerkennungsverfahren durchlaufen, um in Vorarlberg als päda­ gogische Fachkraft tätig sein zu können. Für die Auswertung der Rückmeldungen zur Ausbildung war eine separate Erfassung sinnvoll.

Begriffserklärung

7

Befragungsdesign

Methode Die Umfrage wurde durch ein Anschreiben an alle Kindergärten und Kleinkindereinrichtungen ausge- sendet. Die Kontaktpersonen in den jeweiligen Einrich- tungen (Annahme: meist Leitungspersonal) waren an- gehalten, die Befragung mit der Belegschaft zu teilen. Zudem halfen Multiplikatoren wie etwa die Gewerkschaft Younion, der Landesverband privater Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie der Verein Zu- kunft Elementare Bildung bei der Verbreitung in ihren jeweiligen Kanälen beziehungsweise unter ihren Mit­ gliedern. Den Multiplikatoren wurde zudem die Möglich- keit eingeräumt, Anregungen zu den Fragen abzugeben; diese wurden teilweise eingearbeitet. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Menschen außerhalb der anvisierten Grundgesamtheit (Personal in Kindergärten und Kleinkindereinrichtungen) an der Umfrage teilgenommen haben. Eine Verifizierung anhand von personenbezogenen Daten wurde nicht durchgeführt, allerdings wurde die Umfrage nicht außer­ halb der Zielgruppe beworben. Hinweise auf eine nennenswerte Verfälschung der Daten durch Personen außerhalb der Zielgruppe, etwa durch widersprüchliche Angaben, gab es keine. Die Umfrage ist keine Erhebung nach wissenschaft- lichen Standards und nicht vollständig repräsentativ, allerdings hat die Umfrage aufgrund der hohen Beteili- gung dennoch große Aussagekraft.

Inhaltlicher Fokus Die Personalbefragung hatte drei inhaltliche Schwer- punkte. Erstens wurden die Ausbildungs- und Weiter­ bildungserfahrungen des Betreuungspersonals abge- fragt. Dabei standen die individuellen Erfahrungen der Teilnehmenden im Fokus. Sowohl die Qualität der Aus- und Weiterbildungen wurde erhoben als auch eine Reihe ausgewählter Faktoren, die zur Unterstützung von Aus- und Weiterbildungen angeboten werden. Zweitens standen die Rahmenbedingungen für eine gelingende frühe Bildung und Betreuung im Fokus. In diesem Kontext wurde das Personal auch befragt, wie gut sie einzelne Gruppen von Kindern fördern können und ihrem Bildungs- und Betreuungsauftrag gerecht wer- den. Drittens wurde das Personal zu den Arbeitsbedin- gungen und zum eigenen Wohlbefinden befragt.

8

PERSONALBEFRAGUNG ELEMENTARE BILDUNG

Abbildung 1: Umfragebeteiligung nach Ausbildungstyp

Teilnehmende an Umfrage

Personal laut Statistik

1.074 51 %

Pädagogische Fachkräfte und sonstiges Personal

2.119

278 14 %

Assistenzkräfte bzw. Helfer

2.002

0

500

1.000

1.500

2.000

2.500

Anmerkungen: Eigene Berechnung auf Grundlage von: Kindertagesheimstatistik; Die Angaben zur Kategorie „Unterstützende:r Helfer:in“ diente als Richtwert für die Berechnung der Beteiligung von Assistenzkräften.

Repräsentanz Um die Repräsentanz der Befragung beurteilen zu können, ist nicht nur die Teilnehmerzahl, sondern auch die Zusammensetzung der Stichprobe von Bedeutung. Im Folgenden wird die tatsächliche Personalstruktur in den Vorarlberger Kinderbildungs- und Betreuungsein- richtungen mit der Zusammensetzung der Teilnehmen- den gegenübergestellt, um herauszuarbeiten, inwieweit die Stichprobe die Grundgesamtheit der Bildungs- und Betreuungspersonen in Kindergärten und Kleinkinder- einrichtungen abbildet. Die Vergleichsdaten wurden der Vorarlberger Kindertagesheimstatistik 2023/24 ent­ nommen.

Beteiligung an der Personalbefragung An der vorliegenden Personalbefragung nahmen im vier- zehntägigen Befragungszeitraum vom 25.11.2024 bis zum 08.12.2024 über 1.700 Bildungs- und Betreuungs­ personen aus Kindergärten und Kleinkinderein­ richtungen teil. Davon wurden über 1.350 Fragebögen zur Aus­ wertung herangezogen. Zunächst wurden alle Testläufe aussortiert. 345 Fragebögen wurden nicht berücksichtigt, da sie zu unvollständig waren, um aussagekräftige Ergebnisse liefern zu können. Lediglich 23 Fragebögen mussten aussortiert werden, da die Personen in anderen Einrichtungen als Kleinkindgruppen oder Kindergärten arbeiteten. Der geringe Wert spricht für die Qualität der Stichprobe, die sehr genau die Zielgruppe abzubilden scheint. Letztlich wurden von etwas über 1.700 Teil­ nehmenden die Rückmeldungen von über 1.350 Bildungs- und Betreuungspersonen in die Auswertung mit ein­ bezogen.

Befragungsdesign

9

Abbildung 2: Umfragebeteiligung nach Einrichtungstyp

Teilnehmende an Umfrage

Personal laut Statistik

362 24 %

Kleinkindgruppe

1.515

955 37 %

Kindergarten

2.606

0

500

1.000

1.500

2.000

2.500

3.000

Anmerkung: Eigene Berechnung auf Grundlage von: Kindertagesheimstatistik.

In Vorarlberg sind nach der aktuellen Kindertagesheim- statistik 2023/2024 4.121 Betreuungspersonen in Kinder- gärten und Kleinkindeinrichtungen beschäftigt. 6 Damit hat die Umfrage mehr als 40 Prozent der gesamten Belegschaft in Kindergärten und Kleinkind- gruppen erreicht. Mit über 1.350 ausgewerteten Rück- meldungen spiegeln die Ergebnisse die Einschätzung von einem Drittel (33 Prozent) des gesamten Bildungs - und Betreuungspersonal in Vorarlbergs Kindergärten und Kleinkindeinrichtungen wider. Zusammensetzung der Stichprobe und Repräsentanz Pädagogische Fachkräfte und Kindergarten­ personal haben sich in einem höheren Ausmaß an der Umfrage beteiligt als Assistenzkräfte und Betreuungs- personen in Kleinkindereinrichtungen. Die Stichprobe spiegelt damit nicht genau die tatsächliche Personal­ zusammensetzung in Vorarlberg wider. Aufgrund der hohen Gesamtbeteiligung können die genannten Gruppen dennoch gut separat ausgewertet werden. Die Verzerrung der Stichprobe ist allerdings bei zusammenfassenden Darstellungen zu berücksichtigen.

Konkret beteiligten sich 14 Prozent aller Assistenz­ kräfte in Vorarlbergs Kindergärten und Kleinkinder­ einrichtungen an der Umfrage. Beim übrigen Personal waren es ganze 51 Prozent (siehe Abbildung 1). Abbildung 2 zeigt die Umfragebeteiligung im Ver- gleich zur Personalanzahl in den Einrichtungen laut der aktuellen Kindertagesheimstatistik des Landes Vorarl- berg. In Kindergärten war die Beteiligung mit 37 Prozent des Betreuungspersonals höher als in Kleinkind­ einrichtungen mit 24 Prozent. Neben dem Gruppentyp, in dem die Befragten beschäftigt sind, wurde auch die Ausbildung der Beschäf- tigten abgefragt. Es werden zwei Kategorien unterschie- den: Pädagogische Fachkräfte sowie Assistenzkräfte.

6 Eigene Berechnung auf Grundlage von: Amt der Vorarlberger Landesregierung - Landesstelle für Statistik, 2024, S. 48

10

PERSONALBEFRAGUNG ELEMENTARE BILDUNG

Abbildung 3: Umfrageteilnehmende nach Ausbildung in absoluten Zahlen

Assistenzkraft

Pädagogische Fachkraft

Sonstiges

Assistenzkraft

278

Elementarpädagog:in (KGG & KKG) Erzieher:in

758

90

(Deutschland) Pädagogische Fachkraft KKG

145

Sonstiges

81

0

200

400

600

800

1.000

Teilnehmende der Personalbefragung in absoluten Zahlen sortiert nach Ausbildungsweg.

Abbildung 3 zeigt die Umfrageteilnehmenden, eingeteilt in die beschriebenen Ausbildungskategorien. Mit ein- berechnet sind sowohl jene Personen, die ihre Ausbil- dung bereits abgeschlossen haben, als auch jene, die derzeit in Ausbildung sind. Zum Befragungszeitpunkt befanden sich rund sieben Prozent der Teilnehmenden in Ausbildung. Aufgrund der zu geringen absoluten Teil­ nehmerzahl dieser Gruppe wurde auf eine gesonderte Auswertung der Personen, die aktuell in Ausbildung sind, verzichtet. 73 Prozent der Teilnehmenden sind pädagogi- sche Fachkräfte (orange eingefärbt) und damit entweder Elementarpädagog:innen, Fachkräfte für Kleinkind­ gruppen oder staatlich geprüfte Erzieher:innen (deutsche Ausbildung).

21 Prozent der Teilnehmenden sind Assistenz­ kräfte (blau eingefärbt). Weitere 6 Prozent sind der Sammel-Kategorie „Sonstiges“ zuzuordnen (hellblau ein- gefärbt). Die Kategorie „Sonstiges“ umfasst Personen, die sich weder als Fachkraft noch als Assistenzkraft einge- ordnet haben. Dazu zählen zumeist Personen mit tertiä- rem Bildungshintergrund (Studierte), Sozialpädagog:in- nen, Menschen, die keine Ausbildung haben und die sich nicht als Assistenzkraft verstehen, sowie Personen, deren Ausbildung nicht ohne Weiteres zuzuordnen war.

Befragungsdesign

11

Im folgenden Kapitel werden die Ergebnisse der Befragung im Detail dargelegt und teilweise erste Handlungs­ empfehlungen abgeleitet. Ergebnisse

Frage beantwortet haben, weswegen die Teilnehmerzahl entsprechend steigt und die Gesamtergebnisse meist über der Summe der dargestellten Filterkategorien liegen. Angaben zu Prozentpunkten wurden zur leichteren Lesbarkeit und zum leichteren Verständnis auf ganze Zahlen gerundet. In Darstellungen prozentualer Vertei- lungen kann es daher vorkommen, dass die Summe der Prozentangaben um wenige Prozentpunkte von 100 ab- weicht.

Die Zahl der teilnehmenden Personen (n) je Auswertungs­ gruppe variiert leicht je nach Frage. Diese Abweichungen entstehen, da die Umfrageteilnehmende Fragen auch überspringen konnten oder die Befragung zu einem bestimmten Punkt nicht weiter ausgefüllt haben. Zu- dem können Filter, wie beispielsweise die Zuordnung zu Gruppentypen oder Ausbildungsgruppen, dazu führen, dass nicht zuordenbare Personen in einer Grafik entspre- chend nicht enthalten sind. Gesamtergebnisse umfassen dennoch immer alle Befragungsteilnehmenden, die eine

Ausbildung

Erster Schwerpunkt der Umfrage war die Aus- und Weiter­ bildung der Bildungs- und Betreuungspersonen. Im Fokus standen dabei die individuellen Erfahrungen in diesem Bereich.

In der Umfrage wurde zwischen den Ausbildungswegen Assistenzkraft, Elementarpädagog:in (KGG & KKG), Erzieher:in (Deutschland) sowie pädagogische Fach- kraft in Kleinkindeinrichtungen unterschieden. Die Teil­ nehmenden sollten an ihre Ausbildung zurückdenken und sie anhand der gängigen Schulnoten beurteilen. Die Antwortmöglichkeiten auf die Fragestellungen sind in diesem Kapitel daher immer die gängige Schulnoten von 1 bis 5. Da nur 7 Prozent der Befragten derzeit noch in Ausbildung sind, lassen die Ergebnisse aufgrund der rückblickenden Einschätzung der Ausbildungserfahrung der Teilnehmen- den keine direkten Rückschlüsse auf die aktuelle Ausbil- dungssituation in Vorarlberg zu. Die Ergebnisse erlauben es dennoch, allgemeine Handlungsfelder zu identifizieren und einen Eindruck über die Ausbildungsqualität der ver- gangenen Jahre zu gewinnen.

In den nachfolgenden Tabellen werden die Durch- schnittsnoten nach Ausbildungsform dargestellt. Dabei werden die bestbeurteilten Kategorien blau hervor­ gehoben, jene mit der schlechtesten Beurteilung rot. Im Gesamtergebnis sind auch jene Teilnehmenden enthalten, die keiner der oben genannten Ausbildungs- kategorien zugeordnet werden konnten. Daher entspricht die Teilnehmerzahl (n) des Gesamtergebnisses nicht exakt der Summe der dargestellten Kategorien. Diese Gruppe „Sonstige“ entspricht ca. 60 Teilnehmenden und ist entsprechend wenig im Gesamtergebnis gewichtet. Zu- dem ist die Gruppe der „Erzieher:innen“ mit rund 90 Teil­ nehmenden zu gering, um aussagekräftige Ableitungen zu treffen. Der Vollständigkeit halber ist die Subgruppe dennoch in der Auswertung angeführt.

12

PERSONALBEFRAGUNG ELEMENTARE BILDUNG

Beratung und Finanzierbarkeit Der erste Frageblock zur Ausbildung zielt auf das Angebot, die Beratung im Vorfeld sowie die Finanzierbarkeit der Ausbildungswege in Vorarlberg ab.

Ausbildungsangebot Frage: „Denken Sie an Ihre Ausbildung und vergeben Sie Schulnoten: Das Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten in Vorarlberg (und Umland) war für mich…“

Durchschnittsbenotung: 3,0 – Befriedigend

Tabelle 1: Beurteilung des Angebots an Ausbildungsmöglichkeiten nach Ausbildungsgruppe

Ausbildung

Durchschnittsnote

n

Assistenzkraft

2,6

252

Elementarpädagog:in (KGG&KKG)

3,1

697

Erzieher:in (Deutschland)

3,5

79

Pädagogische Fachkraft KKG

2,9

138

Gesamtergebnis

3,0

1.225

Abbildung 4: Notenverteilung: Beurteilung des Angebots an Ausbildungsmöglichkeiten nach Ausbildungsgruppe

Sehr gut Gut

Befriedigend

Nicht genügend

Genügend

Pädagogische Fachkraft KKG

8

32

33

17

11

19

34

19

27

1

Erzieher:in (Deutschland)

9

26

25

23

17

Elementarpädagog:in (KGG & KKG)

16

35

28

13

9

Assistenzkraft

0 %

20 %

40 %

60 %

80 %

100 %

Auffälligkeiten in der Verteilung: → Elementarpädagog:innen beurteilen das Angebot zu 40 Prozent als „Nicht genügend“ oder lediglich „Genügend“.

→ Besonders schlecht wird das Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten von jenen beurteilt, die eine Ausbildung in Deutschland absolviert haben. Diese Gruppe gibt dem Angebot zu 27 Prozent ein „Nicht genügend“. → Knapp mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Assistenzkräfte beurteilen das Ausbildungsangebot als „Sehr gut“ bzw. „Gut“.

Ausbildung

13

Beratung im Vorfeld der Ausbildung Frage: „Denken Sie an Ihre Ausbildung und vergeben Sie Schulnoten: Die Beratung und Information im Vorfeld meiner Ausbildung war für mich…“

Durchschnittsbenotung: 2,2 – Gut

Tabelle 2: Beurteilung der Beratung im Vorfeld der Ausbildung nach Ausbildungsgruppe

Ausbildung

Durchschnittsnote

n

Assistenzkraft

1,9

238

Elementarpädagog:in (KGG&KKG)

2,3

716

Erzieher:in (Deutschland)

1,9

86

Pädagogische Fachkraft KKG

2,2

138

Gesamtergebnis

2,2

1.234

Abbildung 5: Notenverteilung: Beurteilung der Beratung im Vorfeld der Ausbildung nach Ausbildungsgruppe

Sehr gut Gut

Befriedigend

Nicht genügend

Genügend

Pädagogische Fachkraft KKG

22

43

29

6

36

38

21

5

Erzieher:in (Deutschland)

20

44

26

8

2

Elementarpädagog:in (KGG & KKG)

32

52

12

3

2

Assistenzkraft

0 %

20 %

40 %

60 %

80 %

100 %

Auffälligkeiten in der Verteilung: → Assistenzkräfte fühlen sich mit 32 Prozent deutlich öfter „Sehr gut“ beraten als Elementarpädagog:innen, die sich zu 20 Prozent „Sehr gut“ beraten fühlen.

14

PERSONALBEFRAGUNG ELEMENTARE BILDUNG

Leistbarkeit der Ausbildung Frage: „Denken Sie an Ihre Ausbildung und vergeben Sie Schulnoten: Die Leistbarkeit der Ausbildung (z. B. Kurskosten, Schulgeld, etc.) war für mich…“

Durchschnittsbenotung: 2,8 – Befriedigend

Tabelle 3: Beurteilung der Leistbarkeit der Ausbildung nach Ausbildungsgruppe

Ausbildung

Durchschnittsnote

n

Assistenzkraft

2,3

248

Elementarpädagog:in (KGG&KKG)

3,1

715

Erzieher:in (Deutschland)

2,0

85

Pädagogische Fachkraft KKG

2,5

139

Gesamtergebnis

2,8

1.249

Abbildung 6: Notenverteilung: Beurteilung der Leistbarkeit der Ausbildung nach Ausbildungsgruppe

Sehr gut Gut

Befriedigend

Nicht genügend

Genügend

Pädagogische Fachkraft KKG

15

36

35

10

4

45

28

14

7

6

Erzieher:in (Deutschland)

10

23

30

23

15

Elementarpädagog:in (KGG & KKG)

27

36

24

8

4

Assistenzkraft

0 %

20 %

40 %

60 %

80 %

100 %

Auffälligkeiten in der Verteilung: → 38 Prozent der Elementarpädagog:innen beurteilen die Leistbarkeit ihrer Ausbildung mit einem „Genügend“ (23 Prozent) bzw. „Nicht genügend“ (15 Prozent). Bei den Assistenzkräften liegt dieser Wert bei lediglich 12 Prozent. → Erzieher:innen beurteilen die Leistbarkeit ihrer Ausbildung zu 45 Prozent als „Sehr gut“.

Ausbildung

15

Entgelt / laufende Unterstützung während der Ausbildung Frage: „Denken Sie an Ihre Ausbildung und vergeben Sie Schulnoten: Die Entlohnung und / oder finanzielle Unterstützung während der Ausbildung (z. B. Stipendien, Bildungsförderung, Gehalt etc.) waren für mich…“

Durchschnittsbenotung: 3,4 – Befriedigend

Tabelle 4: Beurteilung des Entgelts / der Förderung während der Ausbildung nach Ausbildungsgruppe

Ausbildung

Durchschnittsnote

n

Assistenzkraft

2,7

225

Elementarpädagog:in (KGG&KKG)

3,9

541

Erzieher:in (Deutschland)

3,6

83

Pädagogische Fachkraft KKG

2,9

132

Gesamtergebnis

3,4

1.037

Abbildung 7: Notenverteilung: Beurteilung des Entgelts / der Förderung während der Ausbildung nach Ausbildungsgruppe

Sehr gut Gut

Befriedigend

Nicht genügend

Genügend

Pädagogische Fachkraft KKG

9

30

33

20

8

6

11

28

25

30

Erzieher:in (Deutschland)

3

10

24

20

43

Elementarpädagog:in (KGG & KKG)

18

31

28

13

10

Assistenzkraft

0 %

20 %

40 %

60 %

80 %

100 %

Auffälligkeiten in der Verteilung: → Elementarpädagog:innen halten die finanzielle Unterstützung während der Ausbildung im Schnitt lediglich für „Genügend“, Assistenzkräfte hingegen für „Befriedigend“. → 43 Prozent der Elementarpädagog:innen halten das Entgelt bzw. die finanzielle Unterstützung während ihrer Ausbildung für „Nicht genügend“.

16

PERSONALBEFRAGUNG ELEMENTARE BILDUNG

Zusammenfassung Beratung und Finanzierbarkeit

Empfehlungen Anhand der Ergebnisse werden folgende Maßnahmen zur Attraktivierung der Ausbildung empfohlen. Maßnahmen zur weiteren Förderung der Leistbarkeit sowie zur Schaffung von Ausbildungsanreizen. Beispiels- weise durch: → Schulgeld der BAfEP vorstrecken, nicht nachträglich bezahlen → Fördermodelle ähnlich der Pflege andenken (Pflegestipendium, Stiftung) → Fair bezahlte Praktika bereits in der Ausbildung

Gute Beratung im Vorfeld Die Beratung im Vorfeld zu einer Ausbildung wird über alle Ausbildungsgruppen hinweg als „Gut“ bewertet. Befriedigendes Angebot Das Ausbildungsangebot in Vorarlberg wurde insgesamt mit einem „Befriedigend“ benotet. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Ergebnisse die retrospektive Sicht der Stichprobe widerspiegeln und keine Momentauf­ nahme des derzeitigen Ausbildungs- und Förderangebots darstellen. In den vergangenen Jahren wurden neue Aus- bildungen und Ausbildungsplätze in Vorarlberg realisiert. Diese Verbesserungen könnten in den Ergebnissen noch nicht berücksichtigt worden sein. Mit einer Benotung von 2,6 wurde das Ausbildungsangebot für Assistenzkräfte am besten bewertet.

Wenig Entgelt / Unterstützung während der Ausbildung

Die Kosten einer Ausbildung sind mit der Benotung 2,8 weniger ein Problem als die mangelnde Unterstützung oder Entgelt während der Ausbildung mit einer Beno- tung von 3,4. Große Unzufriedenheit zeigt sich bei der Entgelt und Unterstützung während der Ausbildung, ins- besondere bei den Elementarpädagog:innen. Diese wird von 43 Prozent der Elementarpädagog:innen mit „Nicht genügend“ und von weiteren 20 Prozent lediglich mit „Genügend“ bewertet. Auffällig ist, dass bei der Leistbarkeit sowohl hinsicht- lich der Ausbildungskosten als auch im Hinblick auf die Vergütung und Unterstützung Elementarpädagog:in- nen jeweils die schlechtesten Einschätzungen abgaben und rund eine ganze Note unter den Assistenzkräften liegen. Auch in diesem Bereich muss darauf hingewiesen werden, dass die Maßnahmen des Landes, wie etwa die Übernahme des Schulgeldes für die BAfEP, noch nicht in den Ergebnissen abgebildet sein könnten.

Ausbildung

17

Qualität Die Befragten beurteilen die allgemeine Qualität ihrer Ausbildung sowie die Praxis­ relevanz in Schulnoten. Auch die Vorbereitung auf die Elternarbeit sowie die organisatorischen und administrativen Aufgaben im Berufsfeld wurden ausgewertet.

Qualität der Ausbildung Frage: „Denken Sie an Ihre Ausbildung und vergeben Sie Schulnoten: Die Qualität der Ausbildung war für mich…“

Durchschnittsbenotung: 2,0 – Gut

Tabelle 5: Beurteilung der Ausbildungsqualität nach Ausbildungsgruppe

Ausbildung

Durchschnittsnote

n

Assistenzkraft

1,9

245

Elementarpädagog:in (KGG&KKG)

2,1

737

Erzieher:in (Deutschland)

1,6

83

Pädagogische Fachkraft KKG

2,3

137

Gesamtergebnis

2,0

1.261

Abbildung 8: Notenverteilung: Beurteilung der Ausbildungsqualität nach Ausbildungsgruppe

Sehr gut Gut

Befriedigend

Nicht genügend

Genügend

Pädagogische Fachkraft KKG

18

49

21

12

1

52

35

11

2

Erzieher:in (Deutschland)

1

23

50

22

4

Elementarpädagog:in (KGG & KKG)

33

49

13

4

1

Assistenzkraft

0 %

20 %

40 %

60 %

80 %

100 %

Auffälligkeiten in der Verteilung: → 52 Prozent der Erzieher:innen gab der Ausbildungsqualität ein „Sehr gut“. Die besten Noten für eine Ausbildung in Vorarlberg vergaben die Assistenzkräfte. → Pädagogische Fachkräfte für Kleinkindgruppen beurteilen ihre Ausbildung am häufigsten mit einem „Genügend“ (12 Prozent) und am seltensten mit „Sehr gut“ (18 Prozent).

18

PERSONALBEFRAGUNG ELEMENTARE BILDUNG

Vorbereitung auf die berufliche Praxis Frage: „Denken Sie an Ihre Ausbildung und vergeben Sie Schulnoten: Die Vorbereitung auf die allgemeine berufliche Praxis war für mich…“

Durchschnittsbenotung: 2,3 – Gut

Tabelle 6: Beurteilung der Vorbereitung auf die berufliche Praxis nach Ausbildungsgruppe

Ausbildung

Durchschnittsnote

n

Assistenzkraft

2,1

238

Elementarpädagog:in (KGG&KKG)

2,4

739

Erzieher:in (Deutschland)

1,8

88

Pädagogische Fachkraft KKG

2,2

139

Gesamtergebnis

2,3

1.266

Abbildung 9: Notenverteilung: Beurteilung der Vorbereitung auf die berufliche Praxis nach Ausbildungsgruppe

Sehr gut Gut

Befriedigend

Nicht genügend

Genügend

Pädagogische Fachkraft KKG

16

57

18

7

2

39

40

20

Erzieher:in (Deutschland)

1

16

41

29

11

3

Elementarpädagog:in (KGG & KKG)

23

53

19

3

1

Assistenzkraft

0 %

20 %

40 %

60 %

80 %

100 %

Auffälligkeiten in der Verteilung: → 11 Prozent der Elementarpädagog:innen fühlen sich lediglich „Genügend“ auf die berufliche Praxis vorbereitet, weitere 3 Prozent bewerten ihre Vorbereitung mit „Nicht genügend“. → Assistenzkräfte und pädagogische Fachkräfte in den Kleinkindgruppen fühlen sich im Durchschnitt besser auf die berufliche Praxis vorbereitet als Elementarpädagog:innen.

Ausbildung

19

Vorbereitung auf die Elternarbeit Frage: „Denken Sie an Ihre Ausbildung und vergeben Sie Schulnoten: Die Vorbereitung auf die Elternarbeit war für mich…“

Durchschnittsbenotung: 3,0 – Befriedigend

Tabelle 7: Beurteilung der Vorbereitung auf die Elternarbeit nach Ausbildungsgruppe

Ausbildung

Durchschnittsnote

n

Assistenzkraft

2,6

216

Elementarpädagog:in (KGG&KKG)

3,4

737

Erzieher:in (Deutschland)

2,6

88

Pädagogische Fachkraft KKG

2,4

139

Gesamtergebnis

3,0

1.240

Abbildung 10: Notenverteilung: Beurteilung der Vorbereitung auf die Elternarbeit nach Ausbildungsgruppe

Sehr gut Gut

Befriedigend

Nicht genügend

Genügend

Pädagogische Fachkraft KKG

16

40

32

8

4

15

36

26

19

3

Erzieher:in (Deutschland)

5

18

32

27

19

Elementarpädagog:in (KGG & KKG)

9

41

37

8

4

Assistenzkraft

0 %

20 %

40 %

60 %

80 %

100 %

Auffälligkeiten in der Verteilung: → 19 Prozent der Elementarpädagog:innen fühlen sich „Nicht genügend“ auf die Elternarbeit vorbereitet. Weitere 27 Prozent bewerten ihre Vorbereitung mit „Genügend“. In allen anderen Ausbildungsgruppen gibt nie mehr als 4 Prozent der Teilnehmenden an, sich „Nicht genügend“ vorbereitet zu fühlen.

20

PERSONALBEFRAGUNG ELEMENTARE BILDUNG

Organisatorische und administrative Anforderungen Frage: „Denken Sie an Ihre Ausbildung und vergeben Sie Schulnoten: Die Vorbereitung auf die organisatorischen und administrativen Anforderungen war für mich…“

Durchschnittsbenotung: 3,2 – Befriedigend

Tabelle 8: Beurteilung der Vorbereitung auf die administrativen Anforderungen nach Ausbildungsgruppe

Ausbildung

Durchschnittsnote

n

Assistenzkraft

2,7

216

Elementarpädagog:in (KGG&KKG)

3,5

733

Erzieher:in (Deutschland)

2,9

87

Pädagogische Fachkraft KKG

2,6

138

Gesamtergebnis

3,2

1.234

Abbildung 11: Notenverteilung: Beurteilung der Vorbereitung auf die administrativen Anforderungen nach Ausbildungsgruppe

Sehr gut Gut

Befriedigend

Nicht genügend

Genügend

Pädagogische Fachkraft KKG

11

37

34

14

4

11

32

25

17

14

Erzieher:in (Deutschland)

3

15

32

29

21

Elementarpädagog:in (KGG & KKG)

6

41

37

12

5

Assistenzkraft

0 %

20 %

40 %

60 %

80 %

100 %

Auffälligkeiten in der Verteilung: → 21 Prozent der Elmentarpädagog:innen fühlen sich „Nicht genügend“ auf die administrativen Anforderungen ihres Berufs vorbereitet. Weitere 29 Prozent lediglich „Genügend“.

Ausbildung

21

Zusammenfassung Qualität der Ausbildung

Empfehlungen Anhand der Ergebnisse werden folgende Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildung empfohlen. Maßnahmen zur Evaluation und kontinuierlichen Verbesserung der ohnehin guten Ausbildungsqualität: → Stärkerer Praxisbezug in Hinblick auf Eltern- arbeit und Administratives, insbesondere bei der Ausbildung zur Elementarpädagog:in.

„Gute“ Qualität und Praxisbezug Die Ausbildungsqualität wird in allen Ausbildungs­ gruppen mit einer Durchschnittsnote von 2,0 als „Gut“ bewertet, ebenso wie die Vorbereitung auf die berufliche Praxis mit einer Durchschnittsnote von 2,3. Erzieher:innen, die ihre pädagogische Ausbildung in Deutschland absolviert haben, benoten ihre Ausbildungs- qualität mit 1,6, noch besser als Elementarpädagog:in- nen mit 2,1. Sie fühlen sich im Schnitt in allen Kategorien besser vorbereitet. Assistenzkräfte sind in Vorarlberg am zufriedensten mit der Ausbildungsqualität, mit einer Durchschnittsnote von 1,9. Elternarbeit und Administratives stärker fokussieren Ein differenziertes Bild ergibt sich, wenn nach der konkreten Vorbereitung auf die Elternarbeit sowie die organisatorischen und administrativen Anforderungen unterschieden wird. Elementarpädagog:innen beurteilen die Vorbereitung auf die Elternarbeit mit einer 3,4 als „Befriedigend“ und die Vorbereitung auf die administrativen Aufgaben mit einer 3,5 als „Genügend“. Assistenzkräfte hingegen geben ihrer Ausbildung in beiden Bereichen ein knappes „Befriedigend“ an der Grenze zu „Gut“. Hier gilt es zu bedenken, dass die Rolle von Assistenz- kräften laut Gesetz eine unterstützende ist, sowohl bei der Elternarbeit als auch bei administrativen Belangen. Die Hauptbelastung und Verantwortung tragen in diesen Bereichen die Elementarpädagog:innen bzw. Pädagogi- schen Fachkräfte. Pädagogische Fachkräfte für Kleinkindgruppen fühlen sich mit einer Benotung von 2,4 am besten auf die Eltern- arbeit und mit 2,6 am besten auf administrative Aufgaben vorbereitet.

22

PERSONALBEFRAGUNG ELEMENTARE BILDUNG

Wiederwahl der Ausbildung Neben der Qualität und Förderung der Ausbildung wurde auch abgefragt, ob die Bildungs- und Betreuungspersonen ihre jeweilige Ausbildung wieder wählen würden. Die konkrete Fragestellung lautete:

Frage: „Würden Sie Ihren Ausbildungsweg wieder wählen?“

Abbildung 12: Angaben zur Wiederwahl der Ausbildung nach Ausbildungsgruppen

Ja

Nein - etwas ganz Anderes

Nein - eine andere Ausbildung im elementarpädagogischen Bereich

60

Pädagogische Fachkraft KKG

33

7

68

Erzieher:in (Deutschland)

16 16

68

Elementarpädagog:in (KGG & KKG)

16 16

68

Assistenzkraft

25

7

0 %

20 %

40 %

60 %

80 %

n = 1.136

Die Ergebnisse zur Frage, ob die Befragten ihre Aus­ bildung wieder wählen würden, zeigen verschiedene Muster je nach Ausbildungsgruppe: Elementarpädagog:innen und Erzieher:innen Rund ein Drittel der Befragten in diesen Gruppen würde ihre absolvierte Ausbildung nicht noch einmal wählen. Von denen, die sich für eine andere Ausbildung ent- scheiden würden, möchten etwa die Hälfte weiterhin im Bereich der elementaren Bildung und Betreuung tätig bleiben. Die andere Hälfte würde jedoch ein ganz anderes Berufsfeld in Betracht ziehen. Assistenzkräfte Auch bei den Assistenzkräften gibt rund ein Drittel an, eine andere Ausbildung wählen zu wollen. Der Groß- teil dieser Gruppe würde sich jedoch weiterhin für eine Ausbildung im elementarpädagogischen Bereich ent- scheiden. Nur 7 Prozent der Assistenzkräfte würden die Branche komplett wechseln. Pädagogische Fachkräfte für Kleinkindgruppen Hier fällt auf, dass 40 Prozent der Befragten eine andere Ausbildung wählen würden. Doch wie bei den Assistenz- kräften möchte der Großteil auch hier nicht den Bereich

wechseln, sondern lieber eine andere Ausbildung im elementarpädagogischen Bereich absolvieren. Die Aus- bildungsqualität wird nur leicht schlechter beurteilt als die der Elementarpädagog:innen, was darauf hindeutet, dass diese Fachkräfte für Kleinkindgruppen möglicher- weise eine Ausbildung mit mehr fachlichen Kompetenzen bevorzugt hätten. Gesamtergebnis → Ein Drittel der Befragten würde die gewählte Ausbildung nicht erneut wählen (33 Prozent). → 20 Prozent der Befragten würden eine andere

Ausbildung im gleichen Bereich wählen. → 13 Prozent der Befragten würden die elementare Bildung und Betreuung komplett verlassen und eine andere Ausbildung anstreben.

Ausbildung

23

Einschätzung zur formalen Ausbildungshöhe und Aufstiegschancen Im Folgenden wurden die Befragten nach ihrer Ausbildung gefiltert und abgefragt, wie sie das formale Ausbildungsniveau der jeweiligen Berufsausbildungen beurteilen.

Ausbildungshöhe Elementarpädagog:innen Frage: „Wie beurteilen Sie das formale Ausbildungsniveau (erreichter Bildungsabschluss) von Elementarpädagog:innen (pädagogische Fachkräfte für Kinder von 0 bis 6)?“ → Zu niedrig – besser verpflichtendes Universitätsniveau → Passend - wie derzeit (z.B. BAfEP oder Kollegs) → Zu hoch – die Anforderungen wie Matura und Eignungstests sind zu hoch

Abbildung 13: Einschätzung zur formalen Ausbildungshöhe der Elementarpädagog:innen

Pädagogische Fachkraft KKG Elementarpädagog:in (KGG & KKG)

Erzieher:in (Deutschland)

Gesamtergebnis

Assistenzkraft

80 %

70 %

60 %

50 %

40 %

30 %

20 %

10 %

0 %

Passend

Zu hoch

Zu niedrig

n = 1.186

Die formale Ausbildungshöhe zur Elementarpädagogik wird von 73 Prozent der Pädagog:innen als „passend“ eingestuft. Damit bringt eine große Mehrheit der Pädagog:innen zum Ausdruck, dass die Ausbildung weiterhin auf Maturaniveau an Kollegs und BAfEPs mit entsprechenden Eingangstests erfolgen sollte. 15 Prozent der Elementarpädagog:innen wünschen sich eine Aus- bildung auf universitärem bzw. tertiärem Niveau, weitere

12 Prozent wünschen sich weniger Zugangshürden bzw. kein Maturaniveau.

Die Grafik macht ebenso ersichtlich, dass eine knappe Mehrheit aller Assistenzkräfte sowie der pädago- gischen Fachkräfte für Kleinkindgruppen ein niedrigeres formales Ausbildungsniveau bzw. niedrigere Zugangs- hürden wünschen.

24

PERSONALBEFRAGUNG ELEMENTARE BILDUNG

Ausbildungshöhe Pädagogischer Fachkräfte KKG Frage: „Wie beurteilen Sie das formale Ausbildungsniveau (erreichter Bildungsabschluss) von pädagogischen Fachkräften für Kleinkindgruppen (Kinder von 0 bis 3)?“ → Zu niedrig - mindestens Matura-Niveau sollten alle pädagogischen Fachkräfte haben → Passend - wie derzeit (z.B. als Aufbaulehrgang für Assistent:innen; Anerkennung von BAfEP oder Kolleg und ausgewählten Studiengängen) → Zu hoch - eine vorgelagerte Ausbildung als Assistent:in sollte nicht notwendig sein

Abbildung 14: Einschätzung zur formalen Ausbildungshöhe der Fachkräfte für Kleinkindgruppen

Pädagogische Fachkraft KKG Elementarpädagog:in (KGG & KKG)

Erzieher:in (Deutschland)

Gesamtergebnis

Assistenzkraft

90 %

80 %

70 %

60 %

50 %

40 %

30 %

20 %

10 %

0 %

Passend

Zu hoch

Zu niedrig

n = 1.098

Die formale Ausbildungshöhe von pädagogischen Fach- kräften für Kleinkindgruppen wird von 85 Prozent der betreffenden Gruppe als passend empfunden. Die Ausbildung wird derzeit meist als Aufbaulehrgang für Assistent:innen angeboten, eine Matura oder Berufsreife­ prüfung ist nicht notwendig.

Auch alle anderen Ausbildungsgruppen erachten die derzeitigen Regelungen überwiegend als ausreichend. 44 Prozent der Elementarpädagog:innen wünschen sich allerdings, dass für die Ausbildung mindestens Matura­ niveau erforderlich sein sollte, sodass eine Angleichung an ihr eigenes formales Ausbildungsniveau erfolgt. 20 Prozent der Assistenzkräfte wünschen sich, dass die Zugänge erleichtert werden.

Ausbildung

25

Ausbildungshöhe Assistenzkräfte Frage: „Wie beurteilen Sie das formale Ausbildungsniveau (erreichter Bildungsabschluss) von Assistent:innen?“ → Zu niedrig – besser wäre Matura-Niveau wie bei den Pädagog:innen → Passend – wie derzeit → Zu hoch – die Anforderungen wie Eignungs- und Sprachtests sind zu hoch

Abbildung 15: Einschätzung zur formalen Ausbildungshöhe zur Assistenzkraft

Pädagogische Fachkraft KKG Elementarpädagog:in (KGG & KKG)

Erzieher:in (Deutschland)

Gesamtergebnis

Assistenzkraft

100 %

90 %

80 %

70 %

60 %

50 %

40 %

30 %

20 %

10 %

0 %

Passend

Zu hoch

Zu niedrig

n = 1.162

Mit 82 Prozent ist unter den Assistenzkräften die Zu- stimmung zu ihrem eigenen Ausbildungsniveau sehr hoch. Alle übrigen Ausbildungsgruppen stimmen eben- falls mit über 60 Prozent dem aktuellen formellen Aus- bildungsniveau zu und fordern kein Maturaniveau für Assistenzkräfte. Allerdings wurde in einer offenen Frage zur Verbesserung der Qualität immer wieder gefordert,

Assistenzkräfte besser auszubilden. Wir erhielten dazu über 40 schriftliche Rückmeldungen.

Bei Elementar­ pädagog:innen wünschen sich 36 Prozent bzw. 29 Prozent Maturaniveau für Assistenzkräfte. den Erzieher:innen und

26

PERSONALBEFRAGUNG ELEMENTARE BILDUNG

Aufstiegs- und Karrierechancen Frage: „Wie schätzen Sie die Karriere- und Aufstiegschancen in Ihrem Beruf ein (Schulnoten)?“

Durchschnittsbenotung: 3,1 – Befriedigend

Tabelle 9: Beurteilung: Aufstiegschancen nach Ausbildungsgruppen

Ausbildung

Durchschnittsnote

n

Assistenzkraft

2,8

250

Elementarpädagog:in (KGG&KKG)

3,3

736

Erzieher:in (Deutschland)

3,2

86

Pädagogische Fachkraft KKG

2,6

139

Gesamtergebnis

3,1

1.285

Abbildung 16: Notenverteilung: Einschätzung Aufstiegschancen nach Ausbildungsgruppen

Sehr gut Gut

Befriedigend

Nicht genügend

Genügend

Pädagogische Fachkraft KKG

12

45

19

19

4

Elementarpädagog:in (KGG & KKG)

4

18

38

26

14

Assistenzkraft

10

35

31

13

11

0 %

20 %

40 %

60 %

80 %

100 %

n = 1.125

Auffälligkeiten in der Verteilung: → Assistenzkräfte sehen mehr Aufstiegschancen und berufliche Perspektiven als Elementarpädagog:innen und pädagogische Fachkräfte für Kleinkindgruppen.

Ausbildung

27

Page 1 Page 2 Page 3 Page 4 Page 5 Page 6 Page 7 Page 8 Page 9 Page 10 Page 11 Page 12 Page 13 Page 14 Page 15 Page 16 Page 17 Page 18 Page 19 Page 20 Page 21 Page 22 Page 23 Page 24 Page 25 Page 26 Page 27 Page 28 Page 29 Page 30 Page 31 Page 32 Page 33 Page 34 Page 35 Page 36 Page 37 Page 38 Page 39 Page 40 Page 41 Page 42 Page 43 Page 44 Page 45 Page 46 Page 47 Page 48 Page 49 Page 50 Page 51 Page 52 Page 53 Page 54 Page 55 Page 56 Page 57 Page 58 Page 59 Page 60 Page 61 Page 62 Page 63 Page 64 Page 65 Page 66 Page 67 Page 68 Page 69 Page 70 Page 71 Page 72 Page 73 Page 74 Page 75 Page 76 Page 77 Page 78 Page 79 Page 80 Page 81 Page 82 Page 83 Page 84 Page 85 Page 86 Page 87 Page 88

www.ak-vorarlberg.at

Powered by